“Es waren zwei harte, arbeitsreiche Jahre, in denen ich noch während der ausgiebigen Touren zu “The Days Of Grays” neue Songs zu Papier brachte. Doch es war all die Mühe wert! Einmal mehr lassen wir neue Elemente, Stilrichtungen und Stimmungen einfließen, um die Musik am Leben zu halten…“
(Tony Kakko)
Die Jungs von Sonata Arctica stehen nicht still... wie Tony in seinem Statement erklärt, begannen die Arbeiten zum neuen Album "Stones Grow Her Name" schon während der letzten Tour, die mit großem Aufwand unter dem Titel "Live in Finland" auf DVD gebannt wurde.
Nachdem das letzte Album sehr düster angehaucht war, kommt das neue Werk spürbar fröhlicher und leichter daher. Ist man beim Opener zu "Days Of Grace" noch von einer bedrückenden Ballade über mehrere Akte konfrontiert worden, so wird man nun mit fröhlichen Refrains und lockeren Melodien willkommen geheißen und wird zur Mitte des Albums sogar zum vergnüglichen Wildwesttanz mit Banjo und Kontrabass aufgefordert. Richtig gelesen, auch diesmal zeigen sich Sonata Arctica experimentierfreudig!
Die Songs gehen nach kurzer Zeit (wenn auch aufgrund der wechselnden Passagen meist nicht aufs erste Mal) ins Ohr und bestätigen: auch diesmal haben die Jungs fast alles richtig gemacht! Stillstand ist Rückschritt und Sonata Arctica schaffen es sich weiterzuentwickeln ohne anders zu sein wie früher - auch wenn das manche Fans anders sehen.
Das Album enthält daher sehr abwechslungsreiche und tolle Songs: Von HardRockiger Nummer (Shitload O' Money) über dem gewohnten Sonata Arctica Stil (Only The Broken Hearts) bis hin zu kleinen Teilen im progressiverem Sound (Somewhere Close To You). Der eingängiste Singsang-Ohrwurm seit langem (I Have A Right - in 5 Sekunden ist der Song im Ohr und kommt nicht mehr raus) ist ebenso dabei wie die angesprochene Westernnummer (Cinderblox) und zum Schluß noch ein Duo epischer Länge. Fand man im letzten Album das Verbindungsglied zur "Caleb" Trilogie so sind in diesem Album mit "One With The Mountain" und "Wildfire Town Poplation 0" gleich zwei grandiose Songs zum genialen Vorgänger "Wildfire" aus dem Werk "Reckoning Night" enthalten. Die zwei Lieder passen sehr schön ins Konzept und bilden einen wunderbaren (und mit insgesamt 16 Minuten auch ausschweifenden) Abschluss des Albums.
Es ist wirklich alles vertreten ohne jedoch - wie beim Unia-Album - zu schwierig zu wirken und auch wenn man sich wundert: die Banjoparts passen wirklich gut! Wie im Interview zur Tour zu lesen sind Sonata Arctica mit viel Spaß bei der Sache und so reflektiert das Album mit leichteren und positiveren Nummern die Stimmung der Band, die sich ja ihren Stil in den letzten Jahren richtiggehend neu erkämpfen mussten. ("Das meiste unserer Musik reflektiert was in unserem Leben zu der Zeit zu der wir die Scheibe aufnehmen vorgeht. Momentan scheint jeder sehr Glücklich zu sein..")
Die finnischen Jungs müssen sich aber leider gerade das als großen Kritikpunkt gefallen lassen. So schön produziert, vielfältig, toll gesungen und gespielt die Songs auch allesamt sind, so fehlen die dunklen Parts aus den letzten Alben fast vollständig. Die fröhlichen Refrains verlieren sich dagegen lyrisch oft in belanglosen Wiederholungen. Das ist sehr schade denn die Songs rocken wirklich und sind grandios eingespielt. Ebenso weicht das Thema Natur, bis auf wenige Ausnahmen, den eher modernen und realen Symbolen die aber allesamt etwas plakativ und einfacher wie gewohnt wirken - im Gegensatz zu den sonst genialen und faszinierend umgesetzten Ausflügen in die Welt der Dunkelheit.
Zusammenfassend ein wirklich sehr gutes Album das Spaß macht und bei dem nur die Lyrics gelegentlich unangenehm aufstoßen. Die Frage nach der Ausrichtung - ob Experimentierfreudigkeit oder Konzeptlosigkeit - ist für mich geklärt (das ist der Punkt an dem sich die Sonata Arctica Fangemeinde seit 3 Alben spaltet):
In der Musik ist es nicht nur wichtig seinen Stil zu bewahren sondern auch weiterzuentwickeln und Sonata Arctica schaffen es definitiv diese Weiterentwicklungen und Experimente äußerst positiv in Ihre Songs zu integrieren und genau das ist der Unterschied zwischen Musikern und Mitläufern. Man muss in diese Band etwas Zeit investieren aber das muß einem die Musik schon Wert sein. Technisch gesehen ist hingegen nichts mehr hinzuzufügen.. tolle Performance.. toller Sound... tolles Album
8 / 10
Anspieltipps:
-Alone In Heaven
-Cinderblox
-Only The Broken Hearts
oder wer etwas mehr Zeit hat
-Wildfire Part II
Veröffentlichunstermin: 18.05.2012 bei Nuclear Blast
Tracklist
01. Only The Broken Hearts (Make You Beautiful)
02. Shitload O`Money
03. Losing My Insanity
04. Somewhere Close To You
05. I Have A Right
06. Alone In Heaven
07. The Day
08. Cinderblox
09. Don’t Be Mean
10. Wildfire, Part: II – One With The Mountain
11. Wildfire, Part: III – Wildfire Town, Population: 0
Bonustrack (Deluxe-Digipak only)
12. Tonight I Dance Alone