Last Kingdom
Chronicles Of The North
LMP/Soulfood
9 Tracks | 47:29 Min
Besetzung:
Bass - Jimmy Malmenlid
Gesang - Stefan Jacobsen
Keys - Stefan Malmenlid
Tracklist:
Chronicles Of The North
Warrior Kings
Daylight Retreats
Silver Moon
The World Is Dying
End Of Life
Fate
Abandoned
Lost
Labelinfo:
Dank der Firma Volvo Trucks kann sich die internationale Metal Gemeinde an LAST KINGDOM erfreuen. Die schwedische Band aus Göteborg entstand so gesehen am Produktionsband des Truck-Herstellers, als zwei junge Schweden zusammenarbeiten müssen und feststellen, dass sie beide große Helloween Fans sind und gerade in lokalen Truppen erste Erfahrungen sammeln. "Chronicles Of The North" ist nach einem jahrelangen Selbstfindungstrip das Ergebnis dieses ersten Zusammentreffens. Stilistisch vereint man hier treibende, melodische Power Metal Komponenten mit symphonisch ausgerichteten Keyboards, angenehm facettenreichem Gesang ohne dabei die wohl wichtigste Waffe dieses Musikstils, die Gitarre, in den Hintergrund zu drängen. Der Keyboard-/Gitarrenverbund dominiert das Album welches musikalisch sicher keine neuen Akzente setzt aber mit Herzblut und viel Liebe zum Detail eingespielt wurde. LAST KINGDOM liefern ein solides Statement melodisch/symphonischen Metals ab, das sich in der Schnittmenge aus Stratovarius, Thunderstone, Blind Guardian oder Cain's Offering in der Lage ist zu manifestieren. Als sich 2004 Stefan Jacobsen und Freddy Olofsson während der Arbeit bei Volvo Trucks anfreunden und feststellen, dass sie auf die gleiche Mucke abfahren - in diesem Falle Helloween - und zudem noch die Schnauze voll haben vom langweiligen Fabrikjob, wird schnell deutlich, dass man eine Band gründen muß. Erste Erfahrungen hat man in lokalen Bands gesammelt und wusste wie man das Songwriting angeht. Interessierte Musiker der lokalen Szene kommen und gehen. Erst knapp zwei Jahre später, nachdem man ein erstes Demo mit dem Titel "Land Of Dreams" veröffentlicht hat, kommt mit Keyboarder Stefan Malmenlid ein weiterer Musiker zur Band der konstant das Line-Up bereichern wird. Im
Schlepptau hat er seinen Bruder Jimmy, der sich die Bassposition unter den Nagel reißt. Glücklicherweise sind die Malmenlid Brüder gut vernetzt und man kann durch sie schnell Drummer Erik Knutsson rekrutieren. Das Line- Up vervollständigt sich in den weiteren Monaten mit dem zweiten Gitarristen Stefan Andersson, so dass LAST KINGDOM zum ersten mal seit Bestehen ein festes, schlagkräftiges Line-Up präsentieren kann. In der übersättigten Szene Schwedens hat es eine junge Band nicht leicht. LAST KINGDOM wissen das und üben, üben und üben. Derweil werden zwei Positionen in der Band
neu besetzt und die erste Show steht für LAST KINGDOM an. Im Musikens Hus in Göteborg wird sich zum ersten Mal der Öffentlichkeit gestellt, woraufhin man die Chance erhält weitere Shows mit Bands wie Wolf und Dragonland zu spielen. Wiederum wir die Combo jedoch durch Line-Up Probleme zurückgeworfen. 2008 geht man zum ersten Mal in ein professionelles Studio und nimmt ein 3-Track Demo auf, ist mit dem Resultat allerdings nicht zufrieden und unterlässt die Veröffentlichung. Erneut gibt es Änderungen in der Besetzung, jedoch hat man nun das Gefühl, dass die Band optimal aufgestellt ist und nimmt mit Andy LaRoque (King Diamond) in den Sonic Train Studios ein neues Demo auf. Zufrieden mit dem Resultat versendet man das Material an verschiedene
Plattenfirmen, u. A. an Limb Music, die umgehend eine Zusammenarbeit anstreben. Resultierend daraus beginnt man die Arbeiten am ersten Album, nur - wieder einmal unterbrochen durch einen erneuten Wechsel an den Instrumenten. Trotz dieser Probleme beendet die Band die Aufnahmen um umgehend erneut Personaldiskussionen durchstehen zu müssen. Dass sich dieses konstante Kommen-und-Gehen nicht gerade förderlich auf die Liveaktivitäten auswirkt ist der Band bewusst, aber der harte Kern von LAST KINGDOM stellt sich diesem Problem mit Ergeiz und Professionalität und macht das Beste daraus. Live klingt die Truppe inzwischen so wie es sich die Gründer vorgestellt haben. Mit "Chronicles Of The North" hat man ein amtliches Album in den Händen um auch außerhalb von Schweden eine klare Ansage machen zu können: Wir sind hier um zu rocken! "Chronicles Of The North" ist ein solides, teils treibendes
Melodic Metal Album mit symphonischen Einlagen und einer hohen Melodiedichte. Schon der Opener und gleichzeitig Titeltrack des Albums macht die Stärken der Schweden deutlich. Das Gaspedal durchtreten, ein schmissiges Riff das nach vorne treibt, unterlegt mit einem voluminösen Keyboard- Melodic Metal pur! Stefan Jacobson's Gesangsstil ist variabel und vielseitig zu nennen. Er hat keinerlei Probleme hohe Oktaven sowie druckvolle Mid-Höhen zu meistern. "Warrior Kings" lebt von einer enormen Geschwindigkeit, die ab und an zu Gunsten des prägnanten Refrains etwas heruntergefahren wird. Das hymnische "The World Is Dying" ist weniger schnell, fällt durch einen eher ruppigen Rhythmus im Mittelteil auf und glänzt mit einer äußerst starken Vocal-Performance. Weitaus heavier geht es bei "Fate" zur Sache. Schon das Eröffnungsriff lädt zum abbangen ein. Eine wuchtige Nummer mit gutem Livepotential. Die Nähe zu nachvollziehbaren Melodien ist für LAST KINGDOM ein enorm wichtiger Aspekt, der in keinem der neun Songs untergeht. Die neun Songs ergänzen sich bestens und vermitteln ein Gesamtbild einer Band die weiß wofür sie steht und was sie am besten kann: Prächtigen Melodic Metal mit symphonisch/hymnischen Elementen. Genau für das steht "Chronicles Of The North"!
Kritik:
2 Fließbandarbeiter aus Schweden gründen eine Powermetal-Band, ob das gut geht? Jedenfalls brauchte die Combo gute 8 Jahre um einen Longplayer auf den Markt zu schmeißen und genau diesen nehme ich mir heute vor. Das Cover wirkt recht lahm und einfallslos, die Länge des Albums geht mit knapp 50 Minuten in Ordnung, also geht´s weiter zur Musik. Los geht es mit dem Titeltrack "Chronicles Of The North", was gleich auffällt ist, dass hier der Gesang nicht so wirklich zur Melodie passt, da wird schon mal hier und da eine Silbe hineingequetscht, wo keine hingehört. Der nächste Song "Warrior Kings" gefällt mir etwas besser, hier klingt der Sound kerniger und frischer, allerdings ist der Gesang das selbe wie in Track 1, etwas zu gekünstelt und zu unharmonisch. "Daylight Retreats" kommt etwas düsterer daher, leider fehlt dem Song das gewisse Etwas. Mit "Silver Moon" kommt dann ein ziemlich schneller Track auf´s Tablett, mit Keyboardeinsatz der etwas an die Substanz geht, auch hier passt der Gesang nicht wirklich zum Rest des Tracks. "The World Is Dying" ist der erste Track, der mich wirklich überzeugt, da hier gut am Komplettarrangement gearbeitet wurde. Bei "End Of Life" wird wieder Gas gegeben, die Double-Bass wird auch hier etwas zu sehr gequält und der Gesang erreicht einen neuen Negativ-Höhepunkt. "Fate" ist sehr dünn und kann überhaupt nicht überzeugen. "Abandonded" passt von den Harmoniesträngen ganz gut und die Gesangseinlagen sind auch ganz passabel. Den Abschluss macht "Lost" ein absolut durchschnittlicher Powermetal-Track der leider total überzogen klingt. Ja, was soll ich zu dem album sagen? Die Scheibe klingt wie 1.000 Andere, zu dünn, zu unprofessionell, mit unpassendem Gesang, nichts was die Band von anderen abhebt. Darum unterstes Mittelmaß, wären die Jungs mal am Fließband geblieben. 3 von 10 Punkten.