Ektomorf
The Acoustic
AFM-Records
12 Tracks | 46:46 Min
LineUp:
Zoltán Farkas (vocals, guitar)
Zsabolcs Murvai (bass)
Michael Rank (guitar)
Robert Jaksa (drums)
Trackliste:
01. I Know Them
02. I´m In Hate
03. Be Free
04. Redemption
05. Simple Man
06. To Smoulder
07. Folsom Prison Blues
08. Again
09. Through Your Eyes
10. Fate
11. Stigmatized
12. Who Can I Trust
Labelinfo:
Viele Journalisten und Fans werden überrascht sein, dass EKTOMORF, Ungarns Neo Thrash Meister, nun ein „Akustik"- Album veröffentlichen. Aber wenn man einen genaueren Blick auf EKTOMORFs Entwicklung wirft, scheint es wie ein logischer Schritt, nachdem Bandleader Zoli diese neue Facette bereits auf dem letzten Release "Redemption" (2010) einfließen ließ. Das Album enthält den Song "Sea Of My Misery", zu dem auch ein Videoclip gedreht wurde. Dieser Track war anders als alles, was wir von EKTOMORF vorher zu hören bekamen; ein melancholischer Song, ausschließlich auf semi-akustischen Gitarren, Schlagzeug und Zolis Stimme basierend. Wie der Frontmann selbst sagt: „das erste EKTOMOPF Lied, bei dem ich singe anstatt zu schreien". Diese neue Seite von EKTOMORF wurde sehr gut aufgenommen, daher arrangierte die Band Ende 2010 einen geheimen Akustik-Gig in Berlin. Zu allererst um den Release von "Redemption" mit Partnern, Freunden und einigen ausgewählten Fans zu feiern, aber es gab noch einen anderen Grund: "Wir wollten sehen, wie ein EKTOMORF Akustik-Gig vom Publikum aufgenommen werden würde. Es hat uns nicht nur großen Spaß gemacht sondern ", sagt Zoli. Dann, nach dem Erfolg der "Sea Of My Misery" Single, wurde klar, dass diese neue Seite der Band eine Fortführung verdient. "Zunächst einmal muss ich klarstellen, dass" The Acoustic " ein ganz besonderes Album für mich ist", spricht der Frontmann. "Aber kein Fan muss sich Sorgen machen, dass wir nun verweichlichen. In der Zukunft wird es natürlich wieder brutal harte EKTOMORF Alben geben", lacht Zoli. "Aber dieses Mal steht die andere Seite von EKTOMORF im Fokus. Ich denke, viele Leute werden überrascht sein, dass ein "Akustik"-Album so heavy sein kann. Aber wir sind immer noch EKTOMORF und das wird man auch immer raushören. "The Acoustic" bietet Cover-Versionen (LYNYRD SKYNYRDs "Simple Man" und "Folsom Prison Blues" von JOHNNY CASH), EKTOMORF Klassiker im neuen Gewand ("I Know Them", "Redemption", "Who Can I Trust", "Stigmatized" und "I´m In Hate") + 5 brandneue Songs, die speziell für „The Acoustic" geschrieben wurden. "Dieses Album zeigt, wo meine Wurzeln sind, welche Künstler und Bands mich wirklich inspiriert haben", sagt Zoli. "Und dann bringt es dich noch einen Schritt weiter, zu etwas, dass du so noch nicht gehört hast". Wie die vorangegangenen EKTOMORF Alben wurde auch "The Acoustic" produziert, gemischt und gemastert von Tue Madsen, der seit vielen Jahren mit der Band arbeitet.
Kritik:
Über die ungarischen Thrasher muss ich hier ja nicht viel sagen, denn die Herren um Zoli haben sich längs etabliert, aber über ihr neues Album sehr wohl. "The Acoustic" heißt das Scheibchen und bietet zahlreiche Klassiker der Musikgeschichte als Coverversionen und 5 brandneue Songs. Dann bin ich ja mal gespannt, was die Jungs so aus Liedern von Lynnyrd Skynnyrd und Johhny Cash so gemacht haben. Los geht es mit etwas Eigenem "I Know Them" knallt schon mal trotz minimalster Musik richtig schön in die Rippen, wenn es so weiter geht bin ich schon jetzt in freudiger Erwartung. "I´m In Hate" setzt da an, wo der Vorgänger aufgehört hatte, auch der Song geht gut ins Ohr. "Be Free" ist wirklich verdammt gut geworden, da steckt anständig Power dahinter. Bei "Redemption" wurde dann wieder die Handbremse angezogen, der Track klingt unausgereift und leider etwas einfallslos. Jetzt kommt der Punkt, an dem ich ein wenig Angst bekomme, ein Cover von "Simple Man" einem der großartigstem Songs der Rockgeschichte, ich drück dann mal auf play: AUTSCH! - Das geht gar nicht - böses Foul! Von solchen Meilensteinen sollte man einfach die Finger lassen. "To Smoulder" besänftigt mich dann wieder, eine schöne Ballade, bei der Alles passt. Jetzt muss der gute alte Johnny dran glauben, "Folsom Prison Blues" kommt gar nicht sooo schlecht weg, zwar niemals das Orginal, aber halbwegs gut umgesetzt. "Again" plätschert dann wieder ein wenig vor sich hin, nicht schlecht, aber auch nicht berauschend. "Through Your Eyes" ist zwar auch eher ein seichteres Stück, aber dieses Mal geht die Rechnung auf und der Song punktet. Bei "Fate" kann man sich richtig schön zurück lehnen und genießen, hier passt die Abmischung und die einzelnen Songstrukturen perfekt ineinander. "Stigmatized" ist wieder ein eigener Song, welcher aber so gar nicht in die Gänge kommen will, irgendwie wird hier versucht etwas zu erzwingen was nicht da ist. Den Abschluss macht "Who Can I Trust", hier wird dann wieder etwas mehr geknüppelt, wenn man das bei dieser Akustikuntermalung so bezeichnen kann. Ok, was halte ich jetzt von diesem "Experimentellwerk" ? Puh, es ist einfach so komplett anders als die bekannten Sachen der Jungs. Nach dem 2. Durchgang, bin ich zu dem Entschluss gekommen, "Schuster bleib bei deinen Leisten" zwar blitzt hier und da ziemlich gute Musik durch, aber der kraftvolle Gesang und die Power kommt nur mit anständigem Musikarrangement zu stande. Und schon alleine die Blasphemie an "Simple Man" macht das Album ein wenig unglaubwürdig. Für Fans und Sammler ein Muss, alle anderen die Ektomorf wegen ihrer Power und der unvergleichlichen Riffs lieben, erst mal skeptisches Probehören! Ich gebe mal 6 von 10 Punkten.